Eine jüdische Familie überließ das Aquarell „St. Pantaleon nach den Bombenangriffen 1943“ in den Niederlanden der Stadt Dormagen
Theo Blum (1883 -1968), der Landschaftsmalers und Zonser Ehrenbürgers, war über fast zweidrittel eines historisch und kulturell sich so stark wandelnden 20. Jahrhunderts intensiv als Maler tätig. Er hat die Zeit des ersten Weltkriegs, dann die Zeit der 1920iger und 30iger Jahren in seinen Arbeiten festegehalten. Er ist bekannt geworden als der Künstler, der das Inferno des zweiten Weltkriegs erlebt und durchlitten hat. Die Nachkriegszeit bis hin zu seinem Tod am am 31. Januar 1968 in Köln waren geprägt von seinem Wunsch, das „Schöne“ und „Erhabene“ zu erleben und darzustellen. Das Archiv der Stadt Zons bzw. der Stadt Köln hat über diesen langen Zeitraum viele Dokumente bewahrt, einige davon stehen zur Verfügung hier online als Zeitdokumente. Kurz vor seinem Tod im Januar 1968 hatte Theo Blum der seinerzeitigen Stadt Zons seinen künstlerischen Nachlass vererbt.
Nun ist die Stadt Dormagen jetzt noch einmal in den Besitz eines seiner Gemälde gekommen. Es handelt sich um ein Aquarell aus dem Zyklus „Inferno Köln“, das die romanische Kirche St. Pantaleon zeigt. Zu erkennen sind darauf Trümmer und eingestürzte Wände vor der Kulisse des mittelalterlichen Gotteshauses.
Der ungewöhnliche Weg des Bildes führte von einer jüdischen Familie über niederländische Hausbesitzer zum Kölner Stadtarchiv und dann weiter zu Hermann Kienle als Vorsitzendem des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons. Im Herbst 2013 schickte ein Niederländer das rund 40 Zentimeter hohe Gemälde an die Stadt Köln. Seine Eltern waren 1951 in ein Haus in Breda gezogen. Dort hatte vorher eine jüdische Familie aus Deutschland gelebt, die in die USA emigriert war. Der Niederländer erbte das Aquarell von seinen Eltern und schickte es der Stadt Köln in der Hoffnung, dass sie einen würdigen Platz dafür finden würde. Die Recherchen des Stadtarchivs führten nach Dormagen.
Über das Web-Portal „Theo Blum“ der Homepage des Fördervereins Denkschutz Zons kam der Kontakt zum Kölner Stadtarchiv zustande, so dass das Bild „St. Pantaleon nach dem Fliegerangriff 1943“ an die Stadt Dormagen übergeben wurde.
Artikel im Schaufenster – Dormagen, vom 18. April 2015
Artikel in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung, vom 16. April 2015
Artikel im Rheinischen Anzeiger – Dormagen, vom 6. Mai 2015


